Trauer

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Foto: Elke Wolfbeisser
Foto: Alfred Martin

Sich trauen zu trauern!

Als ich das Begräbnis des Vaters meiner Schwägerin musikalisch begleitet hat und ihre Brüder eigentlich nicht so dafür waren, neueres Liedgut zu spielen sagte sie diesen einen Satz:

„Wann wollt ihr denn trauern und weinen, wann nicht jetzt“

Und gleichzeitig dürfen wir das LEBEN schätzen, was wir mit der Seele verbringen durften. Wir sehen immer was wir nicht mehr haben und denken viel zu selten daran, welche Geschenke wir dabei bekommen haben. Und wenn es dieses ist, den Tod mit anderen Augen zu betrachten! Denn gerade durch den Tod hinaus, sind uns unsere Lieben näher als jemals zuvor. Nur glauben die meisten nicht daran, weil sie vielleicht nichts spüren, oder all die Zeichen in Frage stellen und es sich wieder aus reden.

Ein Pfarrer hat auch mal gut beschrieben, dass wir so sehr am irdischen und materiellen hängen, anstatt zu erkennen, dass wir mehr sind als nur Mensch.

Trauer kann vieles sein. Oft kommen Schuldgefühle hoch, Zweifel oder diese Ohnmacht, nicht helfen zu können, wenn jemand geht… doch vielleicht helfen wir mehr, indem wir sie unterstützen beim Loslassen.

Ich werde oft gerufen, um ein Lied dafür zu schreiben, oder wenn jemand im Sterben liegt, den Vorgang energetisch zu unterstützen. Anfangs wusste ich nicht wie ich damit umgehen soll, da ich dachte ich würde sie wieder zurück ins Leben holen können. Doch als ich verstanden habe, dass ich sie hinüber begleite durch meine Arbeit, entstand auch in mir Erlösung.

Es ist etwas wunderschönes, was ich dabei erfahren durfte und diese Erkenntnisse spiegeln sich in meinen Liedern und meiner energetischen Arbeit wieder!

Ich freue mich sehr, nun auch mit vielen Bestattern und Menschen in Verbindung zu stehen, die genauso wie ich dem Tod das Tabu nehmen wollen. Durch sie ist mir auch bewusst geworden, dass wir uns schon am besten im Vorfeld mit dem Ableben konfrontieren dürfen, falls er spontan eintreten sollte und auch prinzipiell. Denn die meisten die dies nicht getan machen, hinterlassen den Hinterbliebenen eine Menge Entscheidungen, die man vorweg schon bewerkstelligen könnte in dem man alles in sein Testament schreibt! Denn meist sind sie überfordert mit der Situation und dies erschwert auch, die Gestaltung und Vorbereitung einer Verabschiedung oder Seelenmesse.

Das Probeliegen in einem Sarg, war auch für mich sehr komisch und dennoch auch sehr wertvoll vor weg zu spüren, ob ein Sarg überhaupt das richtige ist für mich! Wobei in einem Blumensarg von Alfred Opiolka fühlt man sich auf jedenfall geborgen und gut aufgehoben! Doch ob man dann wirklich noch fühlt wie es ist, da drinnen zu liegen, war und ist auch für mich fragwürdig, Dennoch es mal zu fühlen, macht einen Unterschied und nimmt einen etwaige Entscheidungen ab.

Mir ist es ein ein Anliegen, meine Erfahrungen mit euch zu teilen, weil auch trotz Testament oft die Wünsche des Verstorbenen nicht erfüllt werden, weil… „Was würden denn da die Leute sagen…!“ Und genau da möchte ich mit meiner Musik und der Trauerarbeit ansetzen, genau dass nicht zu tun, sondern sich trauen zu trauern!

Und genauso kannst du dir im Vorfeld die richtige Musik oder das passende Lied für dich aussuchen, denn wär würde das für sein eigenes Begräbnis nicht gerne selbst tun? 😉

Herzlichen Dank für dein Interesse, Trauer umzuwandeln!

Margot Selina Wendt



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